Lokales
„Wegen Kälte geschlossen“ – Sonne musste vorübergehend schließen
„Als Hausbesitzer muss Herr Hohmann dafür sorgen, dass unsere Heizung funktioniert. Nur ein einziges Mal ist Jemand da gewesen, der sich die Heizung angeschaut hat. Aber schon nach einem Tag hat sie wieder ihren Geist aufgegeben“, berichtet Diegelmann. Hausbesitzer Jochen Hohmann hatte die Immobilie erst im vergangenen Jahr erworben und will nun die Nachbarräume zu seiner eigenen Gasstätte gerne selbst nutzen. Deshalb hatte er den laufenden Pachtvertrag kurzerhand gekündigt. Doch der Vertrag mit den beiden Sonnenbetreibern und dem Hauptpächter – der Hochstift-Brauerei – läuft noch bis 2013. Der Streit zwischen den beiden Parteien hatte sich deshalb in den vergangenen Monaten hochgeschaukelt und sogar schon zu Demonstrationen und gerichtlichen Schritten geführt.
Die nicht funktionierende Heizung war nur einer der Streitpunkte. Aufgrund des eher milden Winters hätte man sich bislang noch mit kleineren Heizstrahlern aushelfen können, berichtet Diegelmann. Doch aufgrund des plötzlichen Wintereinbruchs mit Außentemperaturen von bis zu -15 Grad wäre die Kälte in den Räumlichkeiten in den letzten Tagen so unerträglich geworden, dass sich die Gäste massiv beschwert hätten. „Seitdem es draußen wieder kälter geworden ist, haben wir enorme Umsatzeinbußen verzeichnet“, berichtet Diegelmann. Viele Kunden blieben ganz weg, weil es ihnen schlicht und ergreifend zu kalt sei. Nun hat der „Sonne“-Betreiber noch größere Heizstrahler besorgt, die natürlich auch mehr Strom verbrauchen – auf seine Kosten. Weitere geschlossene Tage kann er sich nicht leisten. Doch erst am Freitag, wenn die Raumtemperatur etwas angenehmer ist, wird die „Sonne“ wieder öffnen können. „Der Streit ist einfach nur lästig – nicht nur die Heizung, sondern auch die Beschränkung für Partys hat uns bisher viele Gäste gekostet. Jetzt müssen wir einfach den Gerichtstermin Ende Februar abwarten“, betont Diegelmann und hofft auf einen guten Ausgang, der ihm sein Bleiberecht zuspricht.
Das Problem mit der Heizung wird sich allerdings in den nächsten Wochen fortsetzen. Denn auch wieder steigende Temperaturen verheißen nichts Gutes. „Dadurch, dass die Heizung nicht funktioniert und in den Wohnungen über unserem Lokal auch immer wieder die Fenster offen stehen, werden die Heizungsrohre sicherlich zufrieren. Wenn dann die zugefrorenen Rohre wieder anfangen, zu tauen, können sie platzen und einen enormen Wasserschaden auslösen“, erklärt der verzweifelte Pächter.



