Lokales
Netzwerk von Fahrkartenfälschern aufgedeckt – 19-Jährige gestehen
Schwerpunkt der Maßnahme waren die Städte Bad Soden Salmünster und Steinau an der Straße. Ebenfalls betroffen waren Wohnungen in Schlüchtern, Brachtal, Bruchköbel, Wächtersbach, Eltville und Wiesbaden. Bei insgesamt 22 Verdächtigen wurde zahlreiches Beweismaterial sichergestellt. Darunter waren 4500 Blankofahrscheine, 24 gefälschte Fahrkarten sowie verschiedene Hardware, wie PC und Mobiltelefone.
Der Großteil der Personen steht im Verdacht mittels Blanko-Fahrscheinrollen gefälschte Tickets der Verkehrsgesellschaft Oberhessen (VGO/RMV) erworben und genutzt zu haben.
Im Fokus der Ermittlungen stehen jedoch die Hersteller und Verkäufer der Tickets. Kopf der Bande ist ein 19-jähriger Bahnmitarbeiter aus Steinau. Er soll seinem Arbeitgeber 10.500 Blankofahrscheine gestohlen haben, um sie anschließend zu Fälschungen zu verarbeiten. Zu ihm gesellten sich später drei gleichaltrige Komplizen, die ebenfalls an der Herstellung beteiligt waren. Alle vier haben die Tat eingeräumt. Für den Weiterverkauf haben die vier Hauptverdächtigen neun „Verteiler" engagiert.
Im September 2011 waren erste Fälschungen aufgetaucht. Diese wurden allerdings bei Fahrscheinkontrollen erkannt. Seitdem laufen die Ermittlungen. Durch die missbräuchliche Nutzung der Fälschungen ist bislang ein Schaden von rund 18.000 Euro entstanden. Gegen die Verdächtigen wurde ein Strafverfahren wegen Betrugs, Urkundenfälschung sowie Hehlerei eingeleitet.
Hinweis der Bundespolizei: Vorsicht vor Billigangeboten von Privatpersonen. Die Bundespolizei rät Fahrscheine nur an offiziellen Verkaufstellen der Verkehrsbetriebe zu erwerben. Wer gefälschte Fahrkarten erwirbt und benutzt, macht sich strafbar.



