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Mittwoch 22. Februar 2012

Lokales  

Heimische Biotonne liefert GWV-Tochter „Biothan“ künftig Reststoffe

Fulda (tb/os) – Nach der europaweiten gemeinschaftlichen Ausschreibung von Stadt und Landkreis Fulda zur Verwertung des Bio-Mülls konnte der regionale Betreiber Biothan als GWV-Tochterunternehmen das Rennen machen. Mit der Vertragsunterzeichnung am Dienstagnachmittag ist nun der Grundstein für die 2. Ausbaustufe der Bio-Erdgasanlage gelegt worden, die zurzeit in Kleinlüder errichtet wird.

„Nach der Einführung der Biotonne 1995 durch unseren Oberbürgermeister Gerhard Möller ist dies nun ein weiterer Schritt auf dem Weg der Energiewende“, betonte Landrat Bernd Woide am Dienstagnachmittag im Kreishaus. Neben Woide und Abfalldezernent des Landkreises Dr. Heiko Wingenfeld sowie Oberbürgermeister Gerhard Möller freuten sich vor allem auch Biothan-Geschäftsführer Andreas Bug und GWV-Geschäftsführer Martin Heun über die Vergabe-Entscheidung, bei der es erst einmal einige Hindernisse zu überwinden galt. Nach der Entscheidung für Biothan mussten zwei Prozesse geführt werden, bis es jetzt zur Vertragsunterzeichnung kam. Ab 2013 werden nun die biologischen Reststoffe aus den Braunen Tonnen in Stadt und Landkreis Fulda von der Biothan verwertet. „Die zukünftige Zusammenarbeit von Stadt, Landkreis und unserem regionalen Unternehmen ist ein tolles Beispiel dafür, dass die Klimawende nur gemeinsam geschafft werden kann“, betonte Biothan-Geschäftsführer Bug am Nachmittag.

Rund 22.000 Tonnen organische Reste werden jährlich in Stadt und Landkreis Fulda über die Braune Tonne entsorgt. Der regionale Stoffkreislauf macht künftig die bisherigen Transporte der Bio-Abfälle zur Kompostierung nach Thüringen überflüssig. „In Kleinlüder ist die Verwertung umfassender: Wir erzeugen hier Bio-Erdgas plus Dünger“, erläuterte Biothan-Geschäftsführer Andreas Bug die Besonderheit der Anlage. Den Dünger, der bei dem Vergärungsprozess entsteht, könne dann auch die Landwirtschaft aus der heimischen Region einsetzen. Und GWV-Geschäftsführer Martin Heun fügt bei der Vertragsunterzeichnung hinzu, „Erst waren wir Exoten und jetzt sind wir zu Main-Streamern geworden. Wir haben mittlerweile schon einige Anfragen von anderen Unternehmen zur Nutzung unseres Bio-Erdgases.“ Er wies vor allem darauf hin, dass alle Wertschöpfungsstufen – von der Aufbereitung des regionalen Bio-Abfalls über die Bio-Erdgas-Produktion bis zur Einspeisung ins Netz – damit am Standort „Am Finkenberg“ in Kleinlüder abgedeckt werden.

Die erste Ausbaustufe der Bio-Erdgasanlage soll bereits im Sommer 2012 ihren Betrieb aufnehmen und zunächst Abfälle aus der Landwirtschaft (Gülle) und Lebensmittelreste – keine nachwachsenden Rohstoffe – im Nassvergärungs-Verfahren verwerten. Rund 30.000 Tonnen dieser organischen Abfälle werden in der Anlage dann zu Bio-Erdgas aufbereitet und ins Erdgasnetz von GWV eingespeist. Rechnerisch reicht das so gewonnene Bio-Erdgas für die Heizung von 1.000 bis 1.200 Haushalten aus.

 

Biothan und ihre Kapazitäten

Mit der 2. Ausbaustufe wird die Bio-Erdgasanlage in Großenlüder ihre Kapazität etwa verdoppeln und die Bio-Abfälle aus den Braunen Tonnen im Trockenvergärungs-Verfahren in Bio-Erdgas und Kompost umwandeln. Auch organische Gewerbeabfälle können hier verwertet werden. Insgesamt hat die Biothan-Anlage Kapazitäten zur Erzeugung von regenerativem Erdgas aus rund 60.000 Tonnen organischen Reststoffen jährlich. Das Bio-Erdgas wird komplett ins GWV-Erdgasnetz eingespeist.

Geschäftsführer Bug berichtete auch vom aktuellen Stand auf der Baustelle in Kleinlüder, auf der wegen des milden Winters, abgesehen vom der starken Frostperiode in den vergangenen Wochen, durchgearbeitet werden konnte: Derzeit entstehen hier die runden Gär- und Lagerbehälter, außerdem die Anlieferungs- und Aufbereitungshalle. Im Frühjahr soll Richtfest gefeiert werden, im Sommer wird die 1. Ausbaustufe der Anlage dann ihren Betrieb aufnehmen. Parallel dazu laufen die Arbeiten für die 2. Ausbaustufe.


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