Lokales
Feierliche Aufnahme des Regionalforums Fulda Südwest zur „Via Regia“
Mit Fulda bekamen am Freitagabend in der Kapelle des Vonderau Museums auch alle sieben Gemeinden des Regionalforums Fulda Südwest ihre Aufnahmeurkunden in das Netzwerk des Europarates entlang der großen Kulturstraße überreicht.
Namensgeber für „Via Regia“ (lat. für „königliche Straße“) ist die jahrtausendealte Handelsstraße oder besser gesagt der geografische Handels-Korridor, der sich zwischen Spanien und Belgien im Westen und der Ukraine im Osten gebildet hat. 4500 Kilometer lang ist die Straße, die sich quer durch Europa schlängelt und Völker seit knapp 2000 Jahren verbindet. „Erst war da ein Trampelpfad, dann ein Weg und schließlich ist im Laufe der Jahrhunderte eine Straße entstanden, die zwar meist für Handelszwecke genutzt wurde, aber vielmehr noch einfach Begegnungen ermöglicht hat“, erklärt die Geschäftsführerin der Koordinierungsstelle der Kulturstraße „Via Regia“ vom Europäischen Kultur- und Informationszentrum Thüringen. Und kaum eine Gegend gäbe ein besseres Beispiel für die Wichtigkeit, die diese 2000-Jahre-alte Straße mit sich bringt, als die Gegend der ehemaligen hessischen „Zonenrandgebiete“. Erst durch die innerdeutschen Grenzöffnungen sei der Ost-West-Handelsverkehr wieder belebt worden.
Doch nicht nur die Handelsbeziehungen sollen innerhalb dieses Netzwerkes ausgebaut werden. Vor allem sei es wichtig, die unterschiedlichen Kulturen, die entlang dieses „Korridors“ liegen, weiter zu tragen, betonte auch die hessische Staatssekretärin für Europaangelegenheiten, Nicola Beer. Sie war anlässlich der Europarats-Urkundenüberreichung an insgesamt acht hessische Kommunen nach Fulda gereist. Neben Fulda haben sich auch die Gemeinden Bad Salzschlirf, Großenlüder, Hosenfeld, Flieden, Neuhof, Kalbach und Eichenzell dafür entschieden, sich an dem neuen Netzwerk „Via Regia“zu beteiligen, und damit einen Beitrag zur kulturellen, sozialen, politischen und wirtschaftlichen Einigung Europas zu leisten. „Ich finde es toll, dass sich die Gemeinden selbst einbringen. Die wichtigste Aufgabe dieses Netzwerkes wird es sein, Lebensraum erfahrbar zu machen und weiterzuentwickeln“, verdeutlichte Beer in ihrer Festrede. Europa habe sich in den letzten Jahrzehnten enorm dadurch entwickelt, dass sich die Staaten gegenseitig kennengelernt haben – auf vielfache Art und Weise. Und ganz besonders die Kultur trage positiv zur Erfahrung des „Sich-Begegnens“ bei. Das Netzwerk „Via Regia“solle daher nicht nur Kulturpflege betreiben, sondern auch den Blick nach vorne wenden. Und Stephan Büttner, Geschäftsführer des Regionalforums Fulda Südwest wünschte, „möge es zu zahlreichen Begegnungen von Menschen kommen. Denn nur so können Vorurteile abgebaut werden.“
Den Brückenschlag schaffte die Stadt Fulda bei der feierlichen Urkundenübergabe am Freitagabend mit der zeitgleichen Finissage zur Ausstellung, „911. Königswahl zwischen Karolingern und Ottonen. König Konrad der Erste – Herrschaft und Alltag“. Zu sehen war diese Ausstellung bereits seit Mitte November und wird noch bis zum Sonntag ihre geschichtlichen Exponate im Vonderau Museum präsentieren. Fotos: Tamara Burkardt.










