Lokales
„Startbahn“ am Antoniusheim feiert Richtfest – Fotos
Die „Startbahn“ ist eine Schule zur Berufsfindung und –Vorbereitung für geistig behinderte Menschen und soll diese auf ein selbst bestimmtes Berufsleben vorbereiten. Der Schulbetrieb soll Ende 2011 starten. Rund 80 Schüler werden in der „Startbahn“, deren Gesamtbaukosten sich auf 3,2 Millionen Euro belaufen, dann Platz haben.
„Der Bau ist errichtet. Wir wollen in Jesus Sinne die Schüler hier aufrichten, ihnen Hoffnung und Stärke vermitteln und zur Ausbildung und Lehre vorbereiten. Jeder kann in unserer Gesellschaft gebraucht werden“, so Antoniusheim-Geschäftsführer Rainer Sippel. Nach den Liedern des Heimchors mit Schwester Oberin Maria Virgo Bauerbach und dem Segen mit begleitenden Worten von Pater Adalbert, Dekan Bengt Seeberg und Monsignore Dr. Cornelius Roth stellten einige Schüler ihre Berufsziele vor. „Motivation ist durch Arbeit möglich und gibt ein Stück selbstbewusstes Leben. Dieser Bau ist ein sichtbares Zeichen für die Zukunft“, so Gertraud Sorg vom Autohaus Sorg. „Vor dem Bau stand die Idee, Konzept und dann die Planung. Danach wurde die Planung realisiert. Heute ist ein wichtiger Punkt geschafft: das Gebäude, das später ein Betrieb wird“, freut sich Oberbürgermeister Gerhard Möller.
Anton Senner, Geschäftsführer der Bundesarbeitsgemeinschaft für Integrationsfirmen, zeigte sich überrascht: „Hier gibt es ein neues Leuchtfeuer zu feiern. Ein Meilenstein ist gesetzt, der in Deutschland seines gleichen sucht. Es ist ebenso hervorragend, wie viele Betriebe hier praktische Ausbildungsplätze zu Verfügung stellen.“ Nach dem Richtspruch von Stefan Rehm und einem gemeinsamen Lied fand noch ein gemütliches Beisammensein mit Essen und Trinken statt.
Die Idee der Startbahn
Ziel war es, junge Menschen mit besonderem Förderbedarf für einen Arbeits- oder Ausbildungsplatz zu qualifizieren und so den Automatismus „Förderschule - Werkstatt für Behinderte“ zu unterbrechen. Dieses Schulkonzept ist in Hessen bisher einzigartig und wurde nach einer Pilotphase im Dezember 2008 staatlich anerkannt. Um anschließend auch wirklich für einen Platz in der Arbeitswelt zu garantieren, können die Abgänger auf die Arbeitsbereiche des Antoniusheims, Partnerbetriebe oder das Netzwerk der Perspektiva GmbH zurückgreifen. In der Perspektiva GmbH haben sich über 60 Unternehmen in der Region zusammengeschlossen und es sich zur Aufgabe gemacht, individuelle Stellen zu schaffen. Der Grundgedanke der Startbahn besteht darin, dass sich jeder Mensch, egal welche Beeinträchtigungen bestehen, beruflich qualifizieren und Kompetenzen entwickeln kann. Durch das Zusammenspiel von Unterricht und praktischen Anteilen werden alle Schüler während der dreijährigen Schulzeit auf eine Berufsqualifizierung und -ausbildung vorbereitet. Neigungen werden herausgearbeitet und individuelle Stärken gefördert. Dabei werden kontinuierlich die Lernvoraussetzungen und –zugänge der einzelnen Schüler mithilfe spezifischer Förderpläne berücksichtigt, um ihnen den erfolgreichen Übergang in die größtmögliche Selbständigkeit zu ermöglichen. Mit Unterstützung der Lehrkräfte wird ein Berufswegeplan erstellt, der zu beruflichen Fortschritten anregt und diese dokumentiert. Nach erfolgreichem Abschluss starten die Jugendlichen ins Berufsleben, wo sie unter pädagogischer Begleitung der Startbahn fachlich qualifiziert werden. Ziel ist der Aufbau einer angemessenen und passgenauen Lebensperspektive.
























































